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Ratgeber · Winter

Winter in Dresden: Trockene Luft drinnen, kalte Luft draußen

Nicht die Kälte trocknet die Haut aus, sondern die erwärmte Luft im Raum. Wer im Winter etwas ändern will, ändert die Luftfeuchte und die Duschtemperatur.

Zwei Cremetexturen nebeneinander auf dunklem Stein, eine dick und matt, eine leicht und glaenzend
KI-generiertes Bild

Die Antwort zuerst: Nicht die Kälte draußen trocknet aus, sondern die erwärmte Luft drinnen. Die zwei wirksamsten Änderungen sind die Luftfeuchte im Raum und die Duschtemperatur, nicht das Pflegeprodukt.

In Dresden läuft die Heizperiode in der Praxis von Oktober bis April, also 6 bis 7 Monate. Die Nähe zum Erzgebirge bringt zusätzlich trockene Kaltluftlagen mit sich.

Die Physik, kurz

Warme Luft nimmt mehr Wasserdampf auf als kalte. Wird Außenluft mit 0 Grad und 80 Prozent relativer Feuchte auf 21 Grad erwärmt, ohne dass Wasser hinzukommt, fällt die relative Feuchte in den einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich.

Genau das passiert bei jedem Stoßlüften im Winter. Die Luft ist danach frisch und trocken, und sie holt sich Feuchtigkeit dort, wo welche ist.

Zustandrelative FeuchteWirkung auf die Haut
Sommer, 22 Grad50 bis 65 ProzentGleichgewicht
Winter, gut befeuchtet40 bis 50 ProzentZielbereich
Winter, ungeregelt20 bis 30 ProzentSpannen, Juckreiz
Büro mit Klimatechnikteils unter 20 Prozentschneller Wasserverlust

Die fünf Maßnahmen, nach Wirkung sortiert

  1. Luftfeuchte messen. Ein Hygrometer kostet wenige Euro und sagt mehr als jedes Hautgefühl.
  2. Kürzer und kühler duschen. Unter 40 Grad, 2 Minuten kürzer.
  3. Zwei Schichten statt einer dicken. Erst wasserbindend auf die feuchte Haut, dann abdichtend darüber.
  4. Innerhalb von 3 Minuten nach dem Duschen eincremen, solange die Hornschicht aufgequollen ist.
  5. Wirkstoffe halbieren. Statt täglich alle 2 Tage.

Die Kopfhaut wird meist vergessen

Sie unterliegt derselben Austrocknung, bekommt aber Reibung durch Mützen dazu und den Temperatursprung zwischen minus 5 Grad draußen und 22 Grad drinnen, an einem Wintertag 4- bis 6-mal.

Praktisch: Waschfrequenz auf 2- bis 3-mal je Woche senken, lauwarm spülen, glattes Mützenfutter. Grobe Wolle direkt auf der Kopfhaut wirkt wie ein feines Peeling.

Wer im Winter erstmals Schuppen bemerkt, hat meist trockene Kopfhaut und keine Pilzbesiedlung. Ein Antischuppenshampoo trocknet dann weiter aus.

Was sich im Salon ändert

Zwei Punkte, die im Winter anders liegen:

Die Spültemperatur am Waschbecken wird häufig zu hoch eingestellt, weil der Kontrast zur Außenkälte die Wahrnehmung verschiebt.

Der Abstand zwischen belastenden Behandlungen sollte um 1 bis 2 Wochen wachsen. Die Regeneration läuft bei trockener Umgebungsluft langsamer, und das betrifft Haar und Kopfhaut gleichermaßen.

Der Vorteil des weichen Wassers

Dresdens Leitungswasser liegt im weichen Bereich, unter 8,4 °dH. Im Winter ist das ein echter Vorteil: Es lagert sich weniger Mineralisches auf der ohnehin trockenen Haut ab, und es braucht weniger Reinigungsmittel.

Wer aus einer Stadt mit hartem Wasser zuzieht, sollte die Menge deshalb im Winter zuerst reduzieren, bevor er zu reichhaltigeren Produkten greift.

Häufige Fragen

Warum trocknet Heizungsluft aus?

Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte. Wird kalte Außenluft auf Raumtemperatur erwärmt, fällt die relative Luftfeuchte stark ab. Die Luft holt sich das Wasser dann von jeder feuchten Oberfläche, auch von der Haut.

Welche Luftfeuchte ist sinnvoll?

40 bis 60 Prozent relative Feuchte. Unter 30 Prozent wird es für Haut und Schleimhäute spürbar, über 60 Prozent steigt das Schimmelrisiko.

Hilft eine fettere Creme?

Teilweise. Fett verringert den Wasserverlust nach außen, bringt aber kein Wasser mit. Sinnvoll ist erst ein wasserbindender Stoff, darüber eine abdichtende Schicht.

Wie heiß darf geduscht werden?

Unter 40 Grad. Darüber werden Hautlipide gelöst. 3 bis 5 Grad kühler und 2 Minuten kürzer bringen mehr als jedes zusätzliche Produkt.

Sollte man im Winter Wirkstoffe absetzen?

Nicht absetzen, aber die Frequenz halbieren. Säuren und Retinoide belasten eine Barriere, die ohnehin unter Druck steht.

Quellen