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Nachhaltigkeit · Betrieb

Wasser und Wärme im Salon: Wo tatsächlich etwas eingespart wird

Das Waschbecken ist der größte Verbraucher, nicht die Verpackung. Wer im Salon nach Nachhaltigkeit fragt, bekommt hier die belastbarere Antwort.

Dunkles Keramikwaschbecken mit laufendem Wasserstrahl, daneben geschliffene Scheren auf einem Tuch
KI-generiertes Bild

Kurz: Der größte Posten im Salon ist das Waschbecken, und darin ist die Wärme teurer als das Wasser. Verpackung ist sichtbar, aber im Vergleich klein.

Die Rechnung je Waschgang

Ein üblicher Waschplatz liefert 8 bis 12 Liter je Minute. Bei 3 bis 5 Minuten laufendem Wasser je Kundin sind das 24 bis 60 Liter.

Ein Sparaufsatz senkt den Durchfluss auf 5 bis 6 Liter je Minute, ohne dass der Strahl schwach wirkt. Damit landet derselbe Waschgang bei 15 bis 30 Litern.

MaßnahmeWirkung je WaschgangSichtbar für die Kundin
Sparaufsatz am Waschplatz10 bis 30 Liter wenigernein
Wasser beim Einmassieren abstellen8 bis 20 Liter wenigerja
Temperatur um 3 Grad senkenspürbarer Energieanteilkaum
5-Liter-Gebinde statt 250-ml-Flaschen19 Flaschen weniger je Kanisterim Lager
wiederverwendbare Mechesmehrere hundert Folienstreifen im Jahrja

Warum Wärme der eigentliche Posten ist

Wasser aus der Leitung kommt im Winter deutlich kälter an als im Sommer. Der Aufwand, es auf angenehme Waschtemperatur zu bringen, übersteigt in der Regel den Aufwand für das Wasser selbst.

Praktisch heißt das: 3 Grad weniger am Waschplatz sparen mehr als jede Reduktion der Menge. Und sie tun der Kopfhaut gut, weil ab etwa 40 Grad Hautlipide gelöst werden.

Der Dresdner Vorteil

Das Trinkwasser stammt überwiegend aus Talsperren im Erzgebirge und liegt im weichen Bereich, unter 8,4 °dH. Daraus folgen zwei Einsparungen, die nichts kosten:

  • Weniger Produkt je Waschgang, weil keine Tenside als Kalkseife verloren gehen.
  • Langsamere Verkalkung von Boiler, Armaturen und Geräten, also längere Standzeiten.

Wer aus einer Stadt mit hartem Wasser einen Betrieb übernimmt, kann die Produktmengen in der Regel spürbar nach unten korrigieren.

Verpackung, richtig eingeordnet

Ein Kanister mit 5 Litern ersetzt rechnerisch 20 Flaschen zu 250 Millilitern. Das ist die größte Verpackungsersparnis im Betrieb und sie ist im Lager sichtbar, nicht im Verkaufsregal.

Ein Nachfüllsystem im Verkauf lohnt dagegen nur, wenn der Nachfüller unter 30 Prozent des Erstbehälters wiegt. Glas gegen Glas spart nichts.

Was man fragen kann

Wer im Salon nach Nachhaltigkeit fragt, bekommt auf drei Fragen belastbare Antworten: Gibt es Sparaufsätze am Waschplatz? In welcher Gebindegröße wird eingekauft? Wird mit wiederverwendbaren Meches gearbeitet?

Alle drei sind messbar. „Wir arbeiten mit Naturkosmetik" ist es nicht.

Häufige Fragen

Wie viel Wasser braucht ein Waschgang?

Bei einem üblichen Durchfluss von 8 bis 12 Litern je Minute und 3 bis 5 Minuten laufendem Wasser sind das 24 bis 60 Liter je Kundin. Ein Sparaufsatz senkt den Durchfluss auf 5 bis 6 Liter.

Ist warmes Wasser der größere Posten?

Ja. Der Energieaufwand fürs Erwärmen übersteigt in der Regel den Aufwand für das Wasser selbst. Wer die Temperatur um 3 Grad senkt, spart mehr als über die Menge.

Bringt weicheres Wasser eine Ersparnis?

Ja, indirekt. In weichem Wasser wird weniger Produkt gebraucht und Geräte verkalken langsamer. Dresden ist damit im Vorteil gegenüber Städten mit über 14 °dH.

Was bringt Gebindegröße?

Viel. Ein Kanister mit 5 Litern ersetzt rechnerisch 20 Flaschen zu 250 Millilitern. Das ist die größte Verpackungsersparnis im Betrieb.

Woran erkenne ich, dass ein Salon das ernst nimmt?

An Sparaufsätzen am Waschbecken, an großen Gebinden im Lager und an wiederverwendbaren Meches. Alles drei ist sichtbar und kostet keine Erklärung.

Quellen